- Evaluation der Wirkungen der Fördergrundsätze „Arbeit Inklusiv“ - https://berufliche-teilhabe.de -

Überblick

Über das Forschungs­vorhaben

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Baden-Württemberg unterstützt Unternehmen, damit Menschen mit Behinderung dort Arbeit bekommen.

Inzwischen sind schon 5000 Arbeitsverträge abgeschlossen worden.

Aber viele fragen sich: Hilft die Unterstützung?

Oder muss die Unterstützung verbessert werden?

Die Unterstützung hat mehrere Ziele.

Menschen mit Behinderungen sollen eine gute Arbeit haben.

Sie sollen bei der Arbeit auch dazu lernen können.

Durch Arbeit verändert sich auch das Privatleben.

Ob diese Ziele erreicht werden, wissen wir aber nicht.

Deswegen gibt es ein Forschungs-Projekt.

Forscher prüfen, ob die Förderung ausreicht.

Diese Webseite gehört zu dem Forschungs-Projekt.

Möchten Sie weitere Informationen zu dem Forschungs-Projekt haben?

Dann klicken Sie auf den Pfeil oder auf Teilnehmer*innen rechts oben.

Sie können sich diese Webseite auch vorlesen lassen. Klicken Sie auf die Sprechblase für weitere Informationen.​

Das Ziel dieses Forschungs­vorhabens ist, Erkenntnisse dazu bereitzustellen, inwiefern die seit 2005 in Baden-Württemberg umgesetzten und kontinuierlich weiter entwickelten Maßnahmen (sog. Fördergrundsätze „Arbeit Inklusiv“) zur arbeitsmarktnahen Qualifizierung von Teilnehmenden zu einer verbesserten Teilhabesituation beitragen. 

Verschiedene Erhebungen dienen der Erfassung von Wirkungen dieser Fördergrundsätze. Eine Analyse dieser Wirkungen prüft u.a., ob und inwieweit bei den Teilnehmenden

  • eine verbesserte berufliche und soziale Teilhabe erreicht wird,
  • Entwicklungen der beruflichen Kompetenzen und Verselbstständigung auftreten,
  • Kompetenzgewinne erkennbar sind,
  • eine Steigerung der Eigenständigkeit, des Selbstwertes und der Selbstbestimmung festgestellt werden kann,
  • ein Zuwachs an beruflichen Perspektiven und beruflicher Identität resultiert, und
  • die geschaffenen Beschäftigungs­verhältnisse nachhaltig sind.

Mit diesem Forschungs­vorhaben stellt das Integrationsamt des Kommunalverbands für Jugend und Soziales Baden-Württemberg (KVJS) seine bei der Entwicklung der Fördergrundsätze zugrunde liegenden Hypothesen auf den Prüfstand.

Der Auftrag des Integrationsamtes des KVJS ist es, die Teilhabe schwerbehinderter Menschen am Arbeitsleben zu fördern. Die berufliche Teilhabe wesentlich behinderter Menschen ist in Übereinstimmung mit der UN-Behinderten­rechts­konvention soweit als möglich inklusiv am allgemeinen Arbeitsmarkt zu realisieren.

Das Integrationsamt verfolgt diesen Ansatz bereits seit 2005 mit diversen Förder­instrumenten, so dass mit Stand 2019 rund 4.800 sozial­versicherungs­pflichtige Arbeitsplätze auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt besetzt werden konnten. 

Auf Basis der Ergebnisse dieses Forschungs­vorhabens sollen die fachlichen Standards überprüft und weiterentwickelt werden.

Die weiteren Seiten auf dieser Website wenden sich an Teilnehmende am Forschungsvorhaben.

Häufig gestellte Fragen

Im Jahr 2005 wurden die Fördergrundsätze „Aktion 1000“ implementiert, deren Ziel die Vermittlung von 1000 Menschen mit wesentlicher Behinderung am Übergang von Schule zu Beruf in Beschäftigungsverhältnisse des ersten Arbeitsmarktes war. Zur Erreichung dieses Zieles bedienten sich die Fördergrundsätze eines Instrumentariums aus fachlich-pädagogischen und finanztechnischen Ansätzen.

Nach Erreichen der Vermittlung von mehr als 1000 Personen wurden die Grundsätze, unter leichten Aktualisierungen und Anpassungen, fortgeführt zunächst als Aktion 1000+, dann als „Arbeit Inklusiv“ unter Aufnahme des 2018 neu eingeführten Budgets für Arbeit bis zum 31.12.2022.

Mittlerweile wurden mehr als 4.800 inklusive Arbeitsverhältnisse für besonders betroffene schwerbehinderte Menschen erreicht. Die Integrationsfachdienste stehen den Menschen mit funktionalen Beeinträchtigungen sowie den Arbeitgebern durchgehend zur Verfügung. Mit den Fördergrundsätzen unterstützt das Integrationsamt also die 44 Stadt- und Landkreise in Baden-Württemberg bei der Umsetzung der beruflichen Teilhabe von Menschen mit Behinderungen.

Weitere Informationen zu den Fördergrundsätzen finden Sie auf den Webseiten des KVJS unter: www.kvjs.de/behinderung-und-beruf/foerderprogramme-und-projekte/ [Link öffnet in einem neuen Fenster]

Um die verschiedenen Fragestellungen im Forschungsvorhaben umfassend zu bearbeiten, wird ein Methodenmix aus verschiedenen Teilstudien umgesetzt.

  1. In einer sog. Verlaufsstudie werden ca. 100 wesentlich behinderte Personen, deren erste Beschäftigung während der Laufzeit des Forschungsvorhabens beginnt, zwei Mal im Abstand von 12 Monaten befragt. Parallel dazu werden die Betriebe, in denen diese Personen beschäftigt sind, standardisiert befragt.
  2. Die längerfristige Nachhaltigkeit der Fördergrundsätze und die Entwicklung von Teilhabeaspekten kann besser rückblickend (retrospektiv) nach einer Förderung untersucht werden. Daher werden in einer zweiten Studie (sog. Retrospektivstudie) möglichst viele der bislang etwa 3.800 geförderten Personen befragt. Ergänzend werden Vertreter*innen derjenigen Betriebe befragt, die in die Förderungen dieser 3.800 Personen einbezogen waren und deren Arbeitgeber sind bzw. waren.
  3. Ergänzend zu diesen Erhebungen finden Sekundäranalysen, Expertengespräche sowie eine qualitative Studie zur Absicherung der Befunde statt.

Eine Teilnahme an den Erhebungen ist nur für Menschen mit einer wesentlichen Behinderung aus Baden-Württemberg sowie deren Arbeitgeber*innen und nur auf Einladung durch den jeweils zuständigen Integrationsfachdienst möglich. 

Nein, eine Verpflichtung zur Teilnahme besteht nicht. Wenn Sie nicht teilnehmen wollen, können Sie dies jederzeit sagen – Ihnen entstehen dadurch keinerlei Nachteile! Allerdings ist Ihre Teilnahme für das Forschungsvorhaben sehr wichtig – Sie haben eigene Erfahrungen mit den Fördergrundsätzen „Arbeit Inklusiv“ sammeln können, und diese Erfahrungen aus erster Hand sind notwendig, um die Fördergrundsätze weiter entwickeln und verbessern zu können.  

Aktuelles

Juli 2021

(Bild von Jon Tyson auf Unsplash)

Startschuss für die Retrospektivstudie

Der Startschuss für die zweite Befragung im Rahmen des Forschungsprojektes ist nun gefallen. Mit dieser sog. Retrospektivstudie werden frühere Teilnehmer*innen an den Fördergrundsätzen sowie deren aktuelle Arbeitgeber*innen zur längerfristigen Nachhaltigkeit dieser Fördergrundsätze sowie der Entwicklung von Teilhabeaspekten befragt.

Diese Studie fokussiert auf diejenigen Personen mit wesentlicher Behinderung, die in der Vergangenheit zur Begründung des Arbeitsverhältnisses Leistungen aus dem Programm „Arbeit Inklusiv“ in Anspruch genommen haben. Das können bspw. finanzielle Leistungen, aber auch Komplexleistungen mit psychosozialer Begleitung durch IFDs gewesen sein.

Im Moment ist geplant, die Befragungen der Teilnehmer*innen und deren Betriebe im Laufe des kommenden Jahres bis ca. Mitte 2022 umzusetzen. 

Februar 2021

(Bild von Edwin Hooper auf Unsplash)

Implikationen der Pandemie

Im September diskutierte der Projektbeirat die Implikationen der Pandemie auf das Forschungsprojekt. Trotz der schwierigen Umstände und des danach folgenden zweiten Lockdowns gelingt es allen Beteiligten jedoch weiterhin, Beschäftigungsmöglichkeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu schaffen, wenn auch in geringerer Zahl als zuvor. 

Bis zum Februar 2021 wurde nun auch eine zweite Befragung entwickelt, die sich an frühere Teilnehmer*innen an den Fördergrundsätzen sowie deren aktuelle Arbeitgeber*innen richtet und Mitte 2021 gestartet werden soll. Dieser Blick zurück auf diejenigen, die teils schon vor vielen Jahren von den Fördergrundsätzen profitieren konnten, erlaubt die Betrachtung der längerfristigen Nachhaltigkeit dieser Fördergrundsätze sowie der Entwicklung von Teilhabeaspekten.